weinbergsbewirtschaftung mit dem Pferd
– Autor: Willy Weinstein

Der Wandel im deutschen Weinhandel

In diesem Text möchten wir einen kleinen Überblick geben über die aktuellen Entwicklungen/ Veränderungen der Weinbranche.

Es findet aktuell ein Umbruch in der Weinszene statt. Der Weinstrukturwandel in den deutschen Weinbaugebieten ist im vollen Gange. Gerade in der jetzigen schnellen Zeit muss die Weinszenerie hellwach sein. Der Wandel in der deutschen Weinbranche geht rapide und tiefgreifend voran. Die von den U.S.A im Jahr 2019 eingeführten Handelszölle von bis zu 25 % auf Weinlieferungen von Deutschland in die Vereinigten Staaten von Amerika schwächen die Handelsbeziehung. Für viele deutsche Winzer ist die Betriebswirtschaftliche Situation dadurch akut existenzbedrohend.

In Deutschland gibt es circa 16.000 Weinbaubetriebe (Statistik 2016 / 103.000 Hektar) im Jahr 2010 waren es mal 20.000. Die Anzahl der kleineren Weingüter unter zehn Hektar geht deutlich zurück. Die Betriebe mit über zehn Hektar Weinbau werden aber immer mehr, es gibt mittlerweile 3000 Weingutsbetriebe die 60% der deutschen Rebflächen bearbeiten, wovon circa 900 Betriebe sogar über 20 Prozent bewirtschaften. Der Trend zu immer größeren Weinbaubetrieben ist schon seit vielen Jahren zu beobachten.

Der deutsche Weinkonsument bringt seit Jahrzehnten eine Konstante mit in die Szenerie. Der pro Kopf Verbrauch wird immer noch mit 20 bis 21 Liter Wein bemessen und beim Schaumwein liegt die Trinkstruktur bei circa 3 Liter. Das Weinmarktvolumen liegt in der Bundesrepublik seit Jahren bei 20 Millionen Hektoliter. Circa 45 Prozent der konsumierten Weine stammen aus Deutschland, die anderen 55% werden importiert. Der Marktanteil der Weine die aus Italien stammen liegt bei 16%, gefolgt von Frankreich mit 12% und Spanien mit 9%.

Der meiste Wein wird mittlerweile über den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben. Vier von fünf gefüllten Weinflaschen erreichen über diese Handelsform den Weintrinker in deutschen Landen. Der Marktanteil für den Online-Handel liegt bei 4%. Die gute klassische Vinothek hat es in diesen Zeiten nicht leicht, zumal viele jüngere Winzer und Genossenschaften in die Direktvermarktung investieren. Jedes moderne Weingut baut sich selbst die schönsten Probierstuben in ihre hauseigene Vinothek.

Durch die sozialen und modernen Medien ist der Zugang zur Produktvielfalt oder anderen Einkaufsquellen viel leichter geworden. Es müssen zusätzlich neue Marketinginstrumente angeboten werden. Die guten alten Zeiten sind nun mal vorbei, da der Weinkonsument ein Leben lang beim selben Weingut einkaufte. Die neue Devise lautet nun (Wandel statt Tradition)!